Selbsthilfe

Die Selbsthilfegruppe (SHG) ist der älteste Baustein von Tamar e.V. Sie existiert seit Dezember 1998 und wurde in der Absicht gegründet, eine Anlaufstelle für Frauen und Männer zu bieten, die Unterstützung und Beratung suchen.

Die Gruppe ist offen für Frauen und Männer ab 18 Jahren, die in ihrer Kindheit sexueller Gewalt ausgesetzt waren.

Die Arbeit in gemischten Gruppen fördert in hohem Maße die Toleranz. Sie vermittelt Einsichten in Denkweisen von Männern und Frauen, die es ermöglichen, Vorurteile abzubauen und Verständnis füreinander zu entwickeln.

Täter/innen werden nicht in unserer Gruppe aufgenommen, auch wenn wir uns der Tatsache bewusst sind, dass es Täter gibt die in ihrer Kindheit sexueller Gewalt erleiden mussten und ebenfalls Hilfe benötigen.


Die Gruppenarbeit dient unserer Stabilisierung, Alltagsbewältigung und Heilung.

Wir treffen uns 14-tägig mittwochs von 17-19 Uhr.

Das Gruppentreffen beginnt mit einem Blitzlicht, indem jeder Teilnehmer kurz schildert wie es ihm körperlich und seelisch geht.

Das hat den Vorteil, dass wir sofort erkennen können, wenn ein Betroffener ein besonderes Problem hat und Zeit und Raum braucht darüber zu sprechen und wir gemeinsam nach Lösungen suchen können. Außerdem hat jedes Gruppenmitglied die Möglichkeit während der Woche den Bereitschaftsdienst des Vereins anzurufen und seine Sorgen, einem ihm vertrautem Menschen zu erzählen. Wir haben zwar auch nicht für alles DIE ultimative Lösung, aber es hilft einfach ungemein, mit einem Menschen sprechen zu können, den man kennt, der zuhört und versteht.


Nach dem Blitzlicht arbeiten wir an einem gemeinsam ausgesuchtem Thema, wie z.B. : Abgrenzungsschwierigkeiten, mangelndes Selbstwertgefühl, Ängste, Umgang mit Aggression und Wut, Hilflosigkeit, Hoffnung und Freude

Dies ist nur ein ganz kleiner Auszug von unserem Gefühlsstern, der in Zusammenarbeit mit einem promoviertem Diplom Psychologen erstellt wurde. Während den Gruppensitzungen nehmen sich die Mitglieder Zeit, zuzuhören ohne gleich zu werten. Es gibt hier keine Klient/in, kein Patient/in und keine Problemfälle sondern Menschen die sich gegenseitig helfen. Jeder Mann und Frau darf so sein wie sie oder er eben ist. Innerhalb der Selbsthilfegruppe bestimmen die Teilnehmer/innen selbst, was und wie viel sie von sich in die Gruppe einbringen. Ob und inwieweit das Missbrauchsgeschehen selbst thematisiert wird, entscheidet jedes Gruppenmitglied selbst.
Über jede Gruppenstunde wird ein Protokoll geführt, indem nur das erarbeitete zu dem jeweiligem Thema aufgeschrieben wird. Dieses Protokoll bekommt jedes Gruppenmitglied beim nächsten Treffen ausgehändigt. Das hat den Vorteil, das wenn ein Mitglied mal an einer Sitzung nicht teilnehmen kann, nie den Anschluss verliert.

Am Schluss der Gruppenstunde machen wir gute Nachricht. Jeder erzählt was er/sie in den letzten vierzehn Tagen positiv erlebt hat oder worauf er/sie sich freut.
Ein Vorgespräch zur Aufnahme in die Gruppe kann jederzeit unter der Rufnummer:
0172-2782367 oder E-Mail Adresse: tamar-ruhrgebiet@web.de*
vereinbart werden.

Tamar e.V. bemüht sich um vernetzende Kontakte zu anderen offenen Selbsthilfegruppen. Gesucht werden Gruppen mit den Themenschwerpunkten:
    Borderline
    Vergewaltigung
    Selbstverletzung
    Täter die in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erfahren haben
    Partner/Innen
    Aber auch andere Selbsthilfegruppen mit dem Thema sexuelle Gewalt